Nur kaputte Protagonisten in Londons Untergrund

★★★

Hanna Jameson: „Kalter Schmerz“ – Erstellungsdatum 09.02.2018

„Kalter Schmerz“ von Hanna Jameson habe ich als Hörbuch gehört, gelesen von David Nathan. Der Sprecher, David Nathan, gehört sicher unbestritten zu den besten Sprechern, die wir im hochdeutschen Raum haben. Nicht umsonst leiht er Johnny Depp, Christian Bale u. a. seine Stimme. David Nathan allein hätte natürlich fünf Sterne verdient, so genial spricht, bzw. liest er die einzelnen Rollen.

Kurz zum Inhalt: Ein Mädchen in London ist verschwunden, die 16-jährige Emma, Tochter des Waffendealers Pat. Nun soll Nic Caruana, Detektiv und Profikiller herausfinden, wo Emma ist und ob sie überhaupt noch lebt. Bei der Suche nach Emma verfällt er Emmas Mutter Clare.

Dieser Krimi ist die reinste Minuslektüre, denn es wird gemordet, gefoltert, hintergangen, dass es nur so kracht. Schwierig für mich nachzuvollziehen war, warum Nic, der Abgebrühte, der kaputten Clare so verfällt, dass er alle gebotene Vorsicht außer Acht lässt. Man denkt doch, so eine Frau wie Clare, die so verstört und vermurkst ist, der würde sich niemand mehr freiwillig nähern. Um solche Leute macht man doch privat einen riesengroßen Bogen, der größer nicht sein könnte. Im Grunde sind alle Protagonisten mehr oder weniger kaputt, nur Nic und sein WG-Genosse Mark haben sich noch einen kleinen Schlupfwinkel der Hoffnung bewahrt.

Fazit: Nicht so ganz meins, obwohl spannend. Und ich mag auch nicht glauben, dass der gut geschriebene Text von einer 22-Jährigen stammt. Ich vergebe drei Sterne.

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