Nullzeit = verschwendete Lebenszeit

 ★★

Besseres gewohnt

Zu Juli Zehs Hör-Buch: Nullzeit – Erstellungsdatum 22.01.2018

Ich habe mich immer gefragt, was ein gutes Buch ausmacht. Ist es die literarische Qualität? Oder der Inhalt? Oder, ob es spannend ist? Einen guten roten Faden hat?

Vielleicht eine gelungene Mischung von allem.

Nullzeit ist spannend, zweifellos. Einen roten Faden hat es auch, das Buch, wenn auch keinen guten. Literarisch sicher super – obwohl – ich habe das Hörbuch gehört. Aber fünf Sterne gäb es höchstens für die Sprecher: Thomas Sarbacher und Britta Steffenhagen, die Jolas (verlogenes) Tagebuch liest. Ja, die Sprecher sind wirklich super.

Aber das Ganze hat mich schwer unbefriedigt zurückgelassen. So was wie ein Gedanke von verschwendeter Lebenszeit kommt auf.

Kurz zur Handlung: Der „Psychothriller“ spielt auf einer (vermutlich spanischen) Insel. Einzig die Nähe zu Marokko wird erwähnt. Oder ist mir der Name der Insel entgangen? Egal. Auf jeden Fall geht es um eine Dreiecksgeschichte, zwei Männer, eine Frau. Ein Schriftsteller, ein Tauchlehrer, eine Schauspielerin. Eine zweite Frau spielt nur eine Nebenrolle. Juli Zeh hat sich viel mit Tauchen & Technik befasst. Respekt. Vielleicht hätte sie hier aber lieber ein Sachbuch übers Tauchen schreiben sollen. Die Figuren wirken klischeehaft, der Plot ist an den Haaren herbeigezogen. Falls man als Leser auch von Belletristik etwas lernen möchte: Das kann man hier nicht. Höchstens, wie man gut schreibt. Aber das allein reicht eben nicht aus für ein gutes Buch. Denn der Rest muss auch passen. Schade. Verschenkt.

Einen Stern gibt es für die hervorragenden Sprecher. Und einen halben für die Technik, also halb für die Tauchtechnik und halb für die Literatur. Mehr ist bei einer enttäuschten Hörerin nicht drin.

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