Die Allmacht der Regierung

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Zu Kevin Schweikerts „Operation White Angel“ – Erstellungsdatum 29.12.2017

Dieser Endzeitthriller führt uns vor Augen, wie hilflos wir der Regierung ausgeliefert sind.

Die handelnden Personen befinden sich alle in einem Strudel, der sie unweigerlich nach unten zieht, egal, wie sie sich bewegen, denn sie können nur immer alles falsch machen.

Der Protagonist: Alexander Schalk, ist ein von Eifersucht getriebener, sehr erfolgreicher Prokurist, der schon in jungen Jahren Haus und Grundstück erwirtschaftet hat. Seine Frau Alina ist jung und attraktiv, arbeitet als MTA bei einem Allgemeinarzt. Der heißt Karl Andris und spielt auch eine wichtige Rolle in der Geschichte.

Dann gibt es noch Harald, den Bruder Alexanders, in jungen Jahren ein Frauenheld, jetzt schwer krebskrank. Hat Frau und Kind bei einem Unfall verloren und lebt seither allein und leidet sehr  unter dieser erzwungenen Einsamkeit.

Ab und an geht Alex zum Stammtisch in die Dorfkneipe, in den Goldenen Hahn.

Ach ja, und Alina verdient auch noch Geld mit Liebesromanen, die in Heftchen veröffentlicht werden.

Als nun ein Meteorit ins Meer stürzt, übers Wasser einen Virus verbreitet, der alle Männer dieser Erde zeugungsunfähig macht – genau danach wird Alina schwanger.

Alex und Alina sind sich sofort einig: Das muss zwingend geheim bleiben. Das kann und wird nicht lange gelingen, trotz aller Tricks, die sich das Ehepaar einfallen lässt.

Was sich nun abspielt – auf den genau fünfhundert Seiten, die der junge Autor in knapp zwei Jahren geschrieben hat, das ist so spannend, klug und vielschichtig erzählt, wie man es viel zu selten antrifft.

Die Regierenden entwerfen einen Vertrag. Und Alexander, der von ihnen so benannte „White Angel“ hat sich vertragskonform zu verhalten, da bleibt ihm gar nichts anderes übrig.

Gier, Machtmissbrauch, Verrat, Intrigen, die schonungslos ausgeübte Allmacht der Regierung, in der das Privatleben es Einzelnen völlig bedeutungslos ist: Sie schrecken wirklich vor nichts zurück. Denn, was geht, das wird gemacht.

Alle Personen treiben so unaufhaltsam auf einen Abgrund zu.

Fazit: Wer eine Mischung liebt aus Science Fiction, Dystopie und Psychothriller, der wird hier allerfeinst bedient. Dieser fünfhundert-seitige Pageturner liest sich runter, als wären es zehn Seiten und nicht fünfhundert. Einzig die vielen Fehler stören ein wenig, das sollte in der nächsten Auflage ausgebessert werden, aber ich gebe trotzdem fünf Punkte mit vollster Überzeugung, inbegriffen noch die fantastisch passende Covergestaltung. (Und jetzt esse ich eine Birne ;-))

https://www.lovelybooks.de/autor/Kevin-Schweikert/Operation-White-Angel-1508704802-w/rezension/1518277682/

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